Briefing: Der “Islamische Staat”

Der “Isla­mi­sche Staat” ist eine ter­ro­ris­ti­sche Ver­ei­ni­gung, die im Irak und Syri­en aktiv ist und zeit­wei­se signi­fi­kan­te Tei­le deren Ter­ri­to­ri­en kon­trol­lier­te. Ihr Ziel ist es, einen Staat nach dem Modell eines Kali­fats zu grün­den. Der IS wird des Völ­ker­mords, der Zer­stö­rung von Kul­tur­er­be und der Kriegs­ver­bre­chen beschul­digt. 2019 erfolg­te sei­ne end­gül­ti­ge ter­ri­to­ria­le Nie­der­la­ge und der Tod des selbst­er­nann­ten “Kali­fen” Abu Bakr al-Baghda­di. Seit­dem ver­übt die Grup­pe Ter­ror­an­schlä­ge aus dem Unter­grund heraus.

Zugeordnete oder von IS inspirierte Anschläge (Auswahl)

Timeline

    • Anfangsphase 2003–2011

      Der IS wird 2003 vom jor­da­ni­schen Jiha­dis­ten Abu Mus­ab al-Zar­qa­wi als Able­ger der al-Qa’i­da im Irak gegrün­det. Von 2004 bis 2006 ver­übt die Grup­pe eine Viel­zahl von Ter­ror­an­schlä­gen und wird auf ver­schie­de­ne Ter­ror­lis­ten auf­ge­nom­men. 2006 benennt sich die Grup­pe in “Isla­mi­scher Staat im Irak” (ISI) um.

    • Bürgerkrieg in Syrien ab 2011

      Im Zuge der Pro­test­be­we­gun­gen des Ara­bi­schen Früh­lings beginnt in Syri­en der Bür­ger­krieg. ISI ver­übt in die­ser Zeit fort­ge­setzt Bom­ben­an­schlä­ge, ins­be­son­de­re im Irak. Ab 2012 betei­ligt sich die Grup­pe offen am Bür­ger­krieg in Syri­en und im Jahr dar­auf benennt sich die Grup­pe in “Isla­mi­scher Staat im Irak und Syri­en” (ISIS) um. Dies führt 2014 zum Bruch mit dem Anfüh­rer der al-Qa’i­da, Ayman al-Zawahiri.

    • Eroberungen im Irak und Syrien ab 2013

      ISIS beginnt einen bei­spiel­lo­sen Erobe­rungs­feld­zug im Irak und in Syri­en. 2013 fällt Raq­qa, zum Jah­res­wech­sel 2013/14 Fal­lu­jah und im Som­mer 2014 schließ­lich Mosul. Dort ruft ISIS’ Anfüh­rer Abu Bakr al-Baghda­di ein “Kali­fat” aus. Mosul wird zur wich­tigs­ten Lie­gen­schaft der Ter­ror­mi­liz im Irak, die sich in wei­te­rer Fol­ge in “Isla­mi­scher Staat” umbenennt.

    • Terroranschlag von Paris am 13. November 2015

      Am Abend des 13. Novem­ber 2015 grei­fen IS-Mit­glie­der meh­re­re Zie­le in der fran­zö­si­schen Haupt­stadt Paris an. Zuerst kommt es zu Selbst­mord­an­schlä­gen vor dem Sta­de de Fran­ce, dann zu Schuss­wech­seln und einer Gei­sel­nah­me im Bata­clan in der Innen­stadt. Dabei ster­ben ins­ge­samt 137 Menschen.

    • Befreiungskampagne 2015–2019

      Nach dem Anschlag von Paris geht eine inter­na­tio­na­le Koali­ti­on gegen den IS in die Offen­si­ve. Bin­nen zwei Jah­ren ver­liert der Isla­mi­sche Staat einen Groß­teil des von ihm kon­trol­lier­ten Gebiets in Irak und in Syri­en. So wird 2017 Mosul befreit, kurz dar­auf Raq­qa. 2019 ver­liert der IS end­gül­tig alle ter­ri­to­ria­le Kon­trol­le und geht in den Unter­grund. Im Okto­ber 2019 wird Abu Bakr al-Baghda­di gestellt. Bevor er ver­haf­tet wer­den kann, begeht er Selbst­mord mit einer Sprengstoffweste.